Näh-Tipp: Jersey-Stoffe verarbeiten

Vor Jersey haben viele Hobbyschneiderinnen, nicht nur Anfängerinnen, Respekt. Doch gerade wenn Ihr viel für Kinder schneidert, kommt Ihr um Jersey eigentlich nicht herum – lassen sich daraus doch farbenfrohe Bodys und Shirts, süße Kleidchen, bequeme Spielhosen, schnelle Mützen u.v.m. nähen. Für Euch selbst bietet er sich für schicke Tops und weich fließende Kleider an.

Jersey vernähen ist eigentlich nicht schwer – wenn Ihr ein paar wichtige Dinge beachtet. Und ansonsten ist es wie mit allem: Übung macht den Meister!

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Kleiner Steckbrief:

Jersey gehört zu den Maschenwaren, ist also gestrickt und nicht gewebt. Dadurch erhält er seine Elastizität.
Man unterscheidet im Wesentlichen Single-Jersey und Double-Jersey (Romanit und Interlock). Der Unterschied steckt im Namen: Double-Jerseys sind etwas schwerer als Single-Jerseys und außerdem formstabiler und doppelflächig, d.h. sie haben zwei rechte Seiten. Sie sind etwas leichter zu vernähen, da sie sich an den Rändern nicht so stark einrollen.

Tipps zu den häufigsten Problemen beim Nähen von Jersey

1. Das Waschen
Generell solltet Ihr Stoffe (ausgenommen Vlies) vor der Verarbeitung unter Berücksichtigung der Pflegesymbole waschen, wegen des Einlaufs und damit eventuelle Farbüberreste ausgewaschen werden. Damit sich der Stoff beim Waschen nicht verzieht, empfehlen wir, ihn einmal mittig zu falten und ringsherum mit Zickzack- oder Overlock-Stich zu nähen. Nach dem Waschen und Trocknen könnt Ihr die Naht einfach knapp abschneiden.

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2. Das Zuschneiden
Breitet den Jersey glatt auf dem Zuschneidetisch aus. Wenn Ihr im Stoffbruch zuschneidet, faltet den Stoff entsprechend einmal. Nun sollte Euer Jersey erst mal ungefähr eine Viertelstunde ruhen. Diese Zeit braucht er, um sich zu seiner ursprünglichen Größe zusammenzuziehen (ansonsten können Eure Schnittteile zu klein werden).

Typisch für Jersey ist das Einrollen an den Rändern, was das weitere Verarbeiten schwierig macht. Hierzu gibt es ein paar Tricks. Ein Stück Formband oder Vlieseline G785 am Rand entlang aufgebügelt sorgt für Stabilität.
Der in den Schnittteilen eingezeichnete Fadenlauf entspricht dem Maschenlauf und muss beim Aufstecken der Schnittteile parallel zu den Längskanten (Webkanten) des Stoffes verlaufen. So wird gewährleistet, dass Euer fertiges Kleidungsstück in Querrichtung dehnbar ist.

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Anstatt die Schnittteile festzustecken, hat es sich bei Jersey auch bewährt, diese lediglich mit Gewichten auf dem Stoff zu fixieren. Anschließend entweder die Schnittlinie anzeichnen und die Teile mit der Schere ausschneiden oder direkt mit einem Rollschneider ausschneiden. In diesem Fall Schneidematte unterlegen nicht vergessen!

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3. Das Nähen
Beim Nähen ist das Wichtigste, dass Ihr die Nähmaschine den Stoff führen lasst und möglichst wenig Zug ausübt. Und stellt unbedingt einen elastischen Stich ein (Zickzack-Stich, Elastik-Stich, dreigeteilter Zickzack-Stich etc.), sonst kann die Naht reißen. Für einen formschönen Abschluss können die Säume mit Zwillingsnadeln genäht werden.

Wenn beim Nähen Löcher entstehen:
Da Jersey gestrickt ist, kann es mit einer normalen Universalnadel passieren, dass die Nadel das Maschenbild durchtrennt und somit ein kleines Loch entsteht. Die Lösung: Verwendet beim Nähen von Jersey immer eine Jersey-Nadel. Diese hat eine abgerundete Spitze, die die Faser beim Nähen verdrängt, anstatt sie zu durchstechen.

Wenn beim Nähen Wellen entstehen:
In diesem Fall solltet Ihr Eure Nähmaschineneinstellungen überprüfen. Das kann u.a. am Nähfußdruck liegen. Wenn es an Eurer Nähmaschine möglich ist, verringert am besten den Nähfußdruck oder stellt einen zusätzlichen Obertransport ein. Ein Obertransportfüßchen kann hier hilfreich sein. Auch mal testweise Fadenspannung und Stichlänge variieren.

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Viele haben auch mit Backpapier als Hilfsmittel gute Erfahrungen gemacht: Lasst einen ca. 10 cm breiten Backpapierstreifen unter der linken Hälfte des Nähfußes (bis knapp neben der Nadel) mitlaufen. So gleitet die Nähfußsohle über das Backpapier und schiebt den Jersey nicht mehr zusammen.

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Wenn der Stoff in die Maschine gezogen wird:
Das kann leicht passieren, wenn Ihr zu knapp am Rand näht. Generell gilt: Je dünner der Jersey, umso mehr Nahtzugabe wird benötigt.

Habt Ihr jetzt Lust bekommen, es (nochmals) mit Jersey zu versuchen? In unserem Online-Shop findet Ihr eine große Auswahl an Jersey-Stoffen – sowohl unifarben als auch mit tollen Mustern.

Hier gibt’s die passenden Schnittmuster dazu – alle sind auch für Anfänger bestens geeignet:

Wir wünschen Euch viel Spaß und Erfolg mit Euren nächsten Jersey-Projekten!

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Kommentare 25 Kommentare
  • Carla

    28. November um 07:13 Uhr

    Barbara vielleicht benutzen Sie keine abgerundete jerseynadel?
    Ich habe eben auch wieder viel gelernt. Danke dafür

  • Jessica

    9. März um 14:17 Uhr

    Hallo
    Wirklich tolle Auführung. Schon ein wenig älter der Artikel aber trotzdem toll. hab mir eine Overlock von w6 gekauft, nach langem hin und her. damit ist das überhaupt kein Thema mehr.

  • Susi

    23. Juli um 19:53 Uhr

    Auch mir hat es der Jersey Stoff angetan 🙂

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